Ich schmecke den staub auf meiner zunge
Graue wolken smog strömen heiß aus meiner lunge Meine haut ist kochend wie frischer asphalt Meine augen grau, verschlossen und kalt Meine sinne fiebrig, müde und alt Das herz schlägt schwanger von wut, angst und gewalt Doch die seele bleibt kahl wie ein leeres fenster In der sie sich spiegeln die funkelnden versprechen elektronischer gespenster In der sie sich wiegeln die dunkelnden verbrechen patriotischer gangster Wie ein display sind sie selber nichts zu sagen Immer nur antwort, keine echten fragen Mein frierendes herz pumpt voller schmerz Zerborsten, gesplittert wie brüchiges erz Die angst in mir wie eine klebrige spinne Dunkel und giftig betäubt sie die sinne Und spricht mit betörend leiser und sinnlicher stimme Und verspricht verstörender weise mir sichere gewinne Sie lacht meiner schwäche und ehrlichkeit labilität sagt meine zärtlichkeit sei zu fragiles gerät um den sprung in die offenheit zu wagen um mein leid und mich selbst mit stolz zu tragen Mich selbst zu sehen, mich selbst zu lieben Zu begegnen diesen konditionierten wünschen und trieben Zu vertrauen auf mich und dich und das was komme Zu glauben an dich und mich und all die wonne Zu erkennen, dass der schmerz teil des kreises ist Man ihn nicht als des scheiterns beweises misst Sondern als die bisswunden all unsrer dämonen Als beißende vorzeichen und blutig visionen Einer zukunft die da in uns strahlt Deren ankunft preis man dadurch zahlt Dass man seiner schatten ehrlich ist Und seine makel und fehler nicht vergisst
g.r.KölnSchmerz