gabriel riquelme
← Spirits

Das herz der sonne

die erkenntnis zieht durch den grund
wie die ahnung eines ersten frostes
ein blinkend kalter sonnenstrahl
das erwachende erinnern an den winter
in seiner strahlenden eisigen klarheit
in dem sich bar der alltagshitze
die extremen, harten formen der wahrheit zeigen
die schleier dunstig warmer emotionen
das rauschen enttäuschter liebe
verstummen und den blick frei machen
auf die kalte in ihrer wahrheit eisig schneidenden
brocken eben dieser erkenntnis die wir gewonnen
und langsam dünkt uns
dass all die kälte, all das frieren und der frost
nichts als unsere ängste sind

dass die wahrheit hitze schenkt
sie wie eine sonne brennt
in der wir nackt und ungeschützt
den sengenden augen der ehrlichkeit
schutzlos dargeboten ausgeliefert darben
wie in einer wüste
deren sandkörner all die momente unzähl’ger leben sind
in denen wir wahr und offen waren
die lüge, der trug, die hoffnung, der traum
scheint unser quell, war unser wasser
und wir scheinen zu verdursten
zu ersticken, an dieser wahren hitze
zu direkt, zu nah und zu viel echtes
zu viel gefühl, zu viel körper
zu hell das licht in dem wir erkennen
das was ist und wer wir sind
zu wenig geist und gar kein glaube
wissen ist das was wir hier finden
und jetzt brennt die angst wie kaltes feuer
doch die kälte sie erlöst uns nicht

erst wenn die angst zu unsrem leuchtturm wird
uns den pfad weist in uns selbst
ist der schritt ins feuer
ins herz der sonne
der weg der uns befreit
g.r.KölnSpirits