Es regnet - stundenlang
die Tropfen schlagen auf den Stein platzen sich in tausend Partikel teilend und sich wieder einend in den Pfützen um mich rum Seit Stunden schau ich sie warte auf die Sonne Verstecke mich vorm Wind Harre in der Nacht ohne Dunkelheit und Träume weißt du was feucht ist Wie der Regen klingt wenn er auf den Asphalt schlägt kennst du den Geruch der Straße den Geruch von kalter Pappe aufgeweicht im regen den Gestank der Feuchtigkeit der Kleider nach wochen ohne Sonne Hörst du den Wind diesen Klang des Lebens als den laut des Atems Dieses kranke röcheln Deiner Brüder und schwestern die im Nachtasyl auf ihren Matten Versoffen jammernd träumen du sagst du kennst ihren Geruch du kennst diese Stadt und ihr Gesicht? im Sommer vielleicht wenn du nachts durch die Straßen streifst aber kennst du ihn im Herbst, den Geschmack des Winters wie er klingt in der Luft wie die Kälte ihre Töne webt wie das Eis sich malt auf den harten Teer Ich kenne sie nicht - deine welt doch ich erinner mich an diese Ländereien Warm und weich der Himmel Aus Daunen voller frische die sich Versteckt im Geruch der Laken Und darauf wartet sich zerschlafen zu lassen Diese Landschaften der Behaglichkeit Die sich so weit erstrecken zwischen küche, Flur und Bad Ein Kühlschrank für deine Lust nach dem Ersatz für liebe eine Dusche für dein erinnern an die Innigkeit einer Umarmung vielleicht auch für das abwaschen dieser Erniedrigung, dem Schmerz Ich erinnere mich daran Und du? Erinnerst du dich an mich an meine Stimme mein Gesicht vlt an meinem Gestank an meine eklig blutend Wunden du siehst sie nicht - meine Welt Und wir laufen jeden Tag dieselben Straßen schlafen unter dem selben Himmel schwitzen in der selben Stadt doch da wo du lebst da bin ich unwillkommen unsichtbar und da wo ich leb da bist du ein ungesehner gast ich leb jeden Tag in dieser unsichtbaren Landschaft am gleich Ort zur gleichen Zeit wie du
g.r.KölnGesellschaft