El dios de la naturaleza
du siehst mich als ein schmetterling im flug von blatt zu blatt als faultier das am baume hing, vollgefressen, rund und satt als krokus im ersten sonnenlicht der durch des winters dichte decke bricht doch bin ich auch hyäne, ratte und der geier die kommen zu des todes opferfeier ich bin der tosend wilde wasserfall des löwen brüllen und sein widerhall ich ström in silbrig schwärmen durch die meere galoppier die savanne als rasend staubig braune heere mit flinkstem winzig flügelschlag siehst mich der blüten nektar naschen magst als nächtig katze einen blick auf mich erhaschen bin in all den milliarden blättern und jedem baum in all den lachend schönen knospen der bunten wiesen blütensaum bin der zerfleischende panther und das gerissene gnu ich spiele mir im wachsen und vergehen zu bin all die kakerlaken, käfer, würmer, wanzen die wie im reigen dieser schöpfung tanzen in dem der kleine lebt durch des großen tod im ganzen in dem der kleine lebt um den großen fortzupflanzen bin all die farben im hochzeitskleid des pfau der regenbogen in den tropfen jeden blattes morgentau das zirpen der grillen wenn die nacht beginnt das rauschen der bäume sich wiegend im wind und hier sprech ich - zu euch in euren lauten - zu euch die ihr mich vergessen habt die ihr euch vermessen labt an meinen kindern, meinen gaben die ihr wie des todes gier’ge raben euch zerfleddernd auf mein wesen stürzt und verächtlich eure lippen schürzt sollt einer je benennen dass all euer morden, euer brennen all das vernichten, all das schlachten euer stetig dem profit nur trachten eure ganze habgier und gewalt euch macht so einsam, bitter, kalt ihr strebt nur der sicherheit entgegen die nichts als tod wird euch nur geben und tod ist das was ihr mir bringt wie ihr mir all mein erz entringt dass euch nicht bald das herz zerspringt bei all dem leid, dem schmerz, dem müll hinter euch bleiben all die wälder still still und tot ihr leert die meere, färbt sie rot von all der wesen blut die ihr vernichtet ihr kommt, ihr nehmt und richtet als wärt ihr schöpfer doch seid ihr schlächter schändet meine kinder – schändet mich vergewaltigt das was ich schon ewiglich für uns alle hab geschaffen das reißt ihr in eurem raffen in so kurzer zeit hernieder nehmt alles - gebt nichts wieder ihr seid wie krebs – ein gewucher voller gier dem schorfig eiter gereichte schon zur zier konsumierend, blind die eigene leere füllend akzeptierend, stumpf das eigene leiden stillend sich abzulenken von all den nöten sich an sich raffend selber tötend ich bin die natur ich bin die wahrheit bin das was ihr kopiert für euer leben on demand ihr werft auf mich eure sehnsucht, eure ängste macht mich zu euren träumen, eurem alp ohne zu sehen was ich bin ihr flieht wandel, ebbe, flut, dem ewig auf und nieder zerbrecht der schöpfung werke feinst geglieder würdet ihr euch trauen zu lieben und zu schauen statt zu verbrennen zu erkennen dass ihr auch meine kinder seid dass wir seit einer ewigkeit verbunden sind im spiel des lebens des ewig nehmens - gebens doch aus angst dass ihr nicht göttlich seid habt ihr euch mir selbst entzweit ich bin das große im kleinsten das schmutzkorn im reinsten des lebens barer widerspruch deiner menschlich logik sinnesbruch bin das kleine im größten in dem sich all die dinge schon entblößten um einfach nur sie selbst zu sein ehrlich, zart und fein ich bin all das was du je sehen wirst denn all dein schaffen stammt aus mir auch wenn du diese wahrheit niemals sehen willst und sagst dieses leben sei nur dir doch du und ich wir sind ein ganzes ein kreislauf in des lebens tanzes
g.r.KölnGesellschaft