gabriel riquelme
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In euren nett gemeinten worten

die in eurem alltag schwingen
über menschen so wie mich
die mich ohne dass ihr’s merkt
schneiden scharf wie klingen
voll hochmut eitlem stolz
und gut gemeintem rat
triefen diese bittren sätze
an deren ende ich dann sitze
verstört betroffen und bitter hart
und ihr merkt nichtmal
was ihr da macht
griff vor 70 jahren
in deutschlands tiefster nacht
nach zahllosen seelen
nach wahlloser macht
jeder eurer türkensprüche
jeder witz und jedes wort
mit dem ihr uns als anders malt
macht nicht dies noch mehr zu eurem ort
es macht euch zu denen die wir fürchten
vor denen wir uns schützen
weil eure lippen sich schürzen
in ekel und abwehr beim blick auf uns
auf armut auf alles fremde
auf dieses andre das ihr nicht versteht

doch dieses fremde andre
das ihr gar nicht wirklich seht
sind wir
wir in all unseren farben formen und facetten
wir die wir eure straßen fegen
eure omas nachts zum schlafen legen
euer essen kochen eure schulen putzen
die wir euch nur als ressource nutzen
die euer deutschland bunt und lustig machen
euer grund für so viel lachen
doch sind wir kein teil eurer nation
sagt ihr von oben von eurem thron
wir sind die die mit euch leben
genau wie ihr in eurer stadt
eurem dorf eurer straße und eurem land
teils fremd und völlig unbekannt
doch genau wie ihr wie überall
sind wir menschen bunt und groß und dick
und dünn und klein und gleich und schön
und jeder anders anzusehn

doch was uns trennt von euch
ist kein Volk kein Staat keine rasse kein Gesetz
Keine farbe keine Name
Kein Glaube kein Geschlecht
Es ist einzig und allein
Die Angst in euren Herzen
g.r.KölnGesellschaft