gabriel riquelme
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Mich drängt so brennend diese frage

was sind das nur für helden
die uns malen ihre bilder vom erfolg
denen jeder text und jedes lied
ein inbild ihrer schönheit scheint
die spiegeln uns als täglich zeugnis
die brüllend antwort ihrer ängste
so klinisch ästhetisch grell und bunt

die statt die welt zu tragen
auf schultern schmal und zart
oder händen kraftvoll breit und hart
uns senden ihre immergleichen träume
bitter, einsam, schal und leer
die ewigselben sagen die nimmerneue mär
von luxus ruhm und reichtum

was für worte sprechen helden
zu diesem leben was wir leben
welche fragen werfen sie auf uns?
sind sie wie pflastersteine
die in uns schlagen
unsere wahrheiten in trümmer legen
als aus lügen gegossne scheiben
oder ins rosengewand gekleidete skalpelle
die eisern nüchtern kalt
oder voll warmer liebe
sezieren und zerpflücken
was wir glauben und was wir wünschen

das wie veilchen sie knospen
wie kirschen sie duftend blühen
in unser offen klaffend brust
aus diesem blutig pochend herz
leuchtend lebend sprießen
die erkenntnisse all der wahrheit
dies wissen um schmerz und macht
liebe trauer mut und kraft

waren nicht die helden
die die unser feuer trugen
die den tod besangen
als aufruf freund gefährte
in diesem kampf den wir so fürchten?
waren nicht die helden
all die frauen die nie zagten
uns täglich nährten wuschen trugen
ohne bühne ohne licht
in den schatten jedes tages
unter der einsamkeit gewicht
waren nicht die helden
all die menschen
die schrieben, sangen, tanzten
im angesicht der fratze
der nackten visage dieses dämons
der uns führt und der uns knechtet
träumend wachend jeden tag
weinend lachend ungefragt
die obwohl sie wohl wussten
dass sie wohl bald schon brannten
das feuer ihrer liebe trugen
als helle fackel in die welt
die singend weinend ruhten
vor den knechten dieser höllen
den polizisten den soldaten
den tauben vasallen der kultur
zu schützen und zu retten
sich, die kinder, unsre mutter
den tod der arten, der natur

doch wo sind die lieder dieser helden hin
wo ihre banner ihre flaggen
wo die bilder statuen ihrer ehren
nichtmal der wind raunt ihre namen
noch trägt er ihren mut
wie sand als staub auf all die zungen
derer die uns diese welt verkaufen
sollten sie’s doch sein die am firmament
als konstellationen nur aus liebe
sternzeichen voll kraft und größe
strahlen als symbole für uns alle

doch das tun sie nicht
dort oben hängen lichter
die so oft ihr leuchten sich erschlichen
im namen der glänzend weißen macht
brandschatzend reitend durch kulturen
und die brennen wild entzündet
als fackeln aus leere nur aus gier
zu zieren diesen himmel
als gestirne kalt und fern

was ist heldenhaft am sternen leben
einsam kalt und weit entfernt
so viel sagend doch so still
feiern wir sie fast göttlich in ihrer pracht
als ikonen, helden, stars als sterne
so wunderschön gemacht
niemals menschlich immer ferne
wie sie strahlen und wie sie leuchten
aus displays boxen screens
schlagen sie als grell kometen
in herz und hirn der menschen

was sind das nur für helden
deren kämpfe deren leben
allen so viel gelten
deren scheinbar einzig streben
ist einfluss ruhm und reichtum
und alle wollens gleichtun
streben nach dieser blinkend welt
die so leuchtet schillernd grell
wir malen uns gesichter
und formen unsre körper
gestalten all das leben
nach den mythen dieser hohlen götzen
zu erreichen was nie sättigt
was nie bringt frieden liebe glück
nur das strahlen äußrer zeichen
die gaukeln säuseln flüstern
als trügerisches spiegelbild
scheinbar beständigkeit zurück
sie singen nur sich selbst
Ihre bilder sind so einsam
ihre liebe ist so ewig
dass sie andre menschen nie erreicht

so selten hörte ich die süßen klänge
der liebe für die vielen
vom wissen und der lehre
von diesem universum in uns selbst
dem trieb dem ruf des widerstands
unser aller gold der solidarität
diesem hochzeitskleid der einheit
unsrer krone unsrem mitgefühl
im gewand der eignen worte
den ruf nach kraft nach macht
für all die ungeliebten orte
all die die sich nicht vergleichen
für all die die hunger leiden
täglich bitter kämpfen
sich verkaufen ohne zeugnis
deren blut aus herz und körper
sich verfestigt sich verformt
zu all den sündhaft teuren dingen
die die weiße macht so sehnt
mit der sie all die löcher stopft
die das trennen unsrer wurzel riss
mit der sie uns die augen wischt
uns blind und taub und hörig macht
für die gesänge all der helden
all der sterne all der stars
deren ruhm nur aus der leere lebt
die in unsren herzen brennt und tobt
g.r.KölnGesellschaft