gabriel riquelme
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Wenn das Leben wieder blüht

die Blätter Knospen nach langem Frost
sich die noch runzligen Keime
winden Strecken hin zum Licht
die Sonne küssend mit frischem Grün

Ist der Winter dann vorüber
Oder wartet er nur im Stillen
In dem Schatten all der Bäume
und des nachts ganz heimlich leise

Wohl wissend dass auch die grünste Blüte
Mit den Tagen welken wird
Dass ihre Blätter fallen in den Wind
Dort tanzend sinken dann zur Erde
Wartend auf den leisen Tod
Auf das vergehen und das Ende

Doch wenn der Winter beißt und strahlt
In seinem kalten Glanze
Und all die Welt im eisig Griff
Mit harter Hand umfasst

kann der Sommer auch nicht enden
Auch er lauert dort im Licht der Flocken
Im Tanz der Winde voll des Eises
Um dann alsbald mit hellen Blüten
die sich brechen durch den Schnee
Voll Schalk und neckischem frohlocken
Sein eignes Kommen anzupreisen

So kreisen beide Kräfte
in diesem ewig Spiel der Mächte
als sich nie wahrhaft begegnendes
immer nebeneinander schreitendes
doch einander bedingendes paar
in scheinbarer Unendlichkeit
der eine gibt was die andre nimmt

und sie bringt in Kälte all die Ruhe
Wo er formt aus der Dunkelheit
ihrer langen Nächte
Im strahlen seines hellen Lichts
das Leben in seiner Pracht und Fülle
Das sie dann wieder
unter all dem stürmend kalten Schnee
Zu innrer ruh und Einkehr zwingt

So treiben beide doch das Leben
In Tod und drauf Geburt
Immer fort in ihrem Spielen
Und was uns da unendlich scheint
Ist in gottes langem Wirken
auch nur ein Sommer und ein Winter
g.r.KölnSpirits