Wenn das Leben wieder blüht
die Blätter Knospen nach langem Frost sich die noch runzligen Keime winden Strecken hin zum Licht die Sonne küssend mit frischem Grün Ist der Winter dann vorüber Oder wartet er nur im Stillen In dem Schatten all der Bäume und des nachts ganz heimlich leise Wohl wissend dass auch die grünste Blüte Mit den Tagen welken wird Dass ihre Blätter fallen in den Wind Dort tanzend sinken dann zur Erde Wartend auf den leisen Tod Auf das vergehen und das Ende Doch wenn der Winter beißt und strahlt In seinem kalten Glanze Und all die Welt im eisig Griff Mit harter Hand umfasst kann der Sommer auch nicht enden Auch er lauert dort im Licht der Flocken Im Tanz der Winde voll des Eises Um dann alsbald mit hellen Blüten die sich brechen durch den Schnee Voll Schalk und neckischem frohlocken Sein eignes Kommen anzupreisen So kreisen beide Kräfte in diesem ewig Spiel der Mächte als sich nie wahrhaft begegnendes immer nebeneinander schreitendes doch einander bedingendes paar in scheinbarer Unendlichkeit der eine gibt was die andre nimmt und sie bringt in Kälte all die Ruhe Wo er formt aus der Dunkelheit ihrer langen Nächte Im strahlen seines hellen Lichts das Leben in seiner Pracht und Fülle Das sie dann wieder unter all dem stürmend kalten Schnee Zu innrer ruh und Einkehr zwingt So treiben beide doch das Leben In Tod und drauf Geburt Immer fort in ihrem Spielen Und was uns da unendlich scheint Ist in gottes langem Wirken auch nur ein Sommer und ein Winter
g.r.KölnSpirits