All die Linien klare formen
All der Stahl und all das Glas Die ganze Welt ist voller Stein Voller härte, kälte, kanten Glitzernd, Bunt und schrill All die romantik all die sehnsucht um die schluchten dieser straßen Ist’s nicht die weite diese freiheit die wir vermissen und vergaßen das unsagbar viele dieser welt all das leben all das sterben all der einklang all das ende dieser kreislauf dieser schöpfung niemals gleich und immer wieder Wo seid ihr täler, gipfel, wälder All ihr wiesen, flüsse, felder All das rauschen all der blätter ihr gesang so frei im wind das murmeln seicht des regens der flüsternd leise rinnt und dann der urgrund aller klänge die herrin der gesänge die stille - unsre quelle warm und offen voller tiefe, voller leben das feuer dessen flammen wild und ungezügelt lecken, zehrend züngeln spielend sich gestalten beißen fressen kreischen das meer so weit und frei wogt und wiegt sich quillt und dringt als unermesslich tiefe tiefe als rinnsaal fein wie seide als regentropfen kuss aus wasser als welle urmacht gewalt und tod der wind in seinem spiel der unendlich weiten wege voll von nichts nur aus luft und voller kraft hier so voll des regens dort so voll des lichts die erde unser mutter fruchtbar köstlich dicht und wild wächst gedeiht und keimt und knospet in kärgsten kluften wüsten gleich hütet sie noch ihre schätze überall ist leben, unfassbar reich all die blumen deren blüten voller farben singen uns ihr lied deren duft und deren leuchten uns verführen und beglücken so ohne preis so ohne ziel einfach da und einfach viel All dies fehlen all die schmerzen Die uns drängen dringen quälen Uns geschichten nur erzählen Voller härte und voll von gier Immer damals, morgen stets woanders Niemals jetzt und niemals hier Und wie oft wir doch schon flossen in unsrem suchen unsrem streben in die flucht, die nacht, die sucht raus aus diesem kerker diesem kahlen eisern knast immer eilig immer zwingend ohne ruhe und ohne rast aus angst vor stille suchen wir den lärm zu übertönen das geschwärm das da in uns bittet ruft und klagt all die gefühle all die schmerzen diese bittre eitrig melodie ist ein schreckenschrei der herzen des molochs blutig dystopie doch die stille die wir fürchten ist nicht der klang der uns umgibt es ist der dämon unsrer träume von fortschritt reichtum und profit
g.r.KölnGesellschaft