All die worte
wie sie schwanger schwingen fliegen bazillen gleich von mund zu mund in diesen tagen die dunkel wabern wie die nacht in der entfernten sternen gleich die letzten funken von hoffnung trübe glitzern am fernen firmament in einem himmel voll des düsteren zwielichts dieser stadt dieses molochs voll der worte voll der menschen voll der angst vor fremdem vor veränderung vor krankheit und tod und wie sie reden mit worten voller argwohn voll der zweifel voll der angst leer der liebe alles kalt und voll der ferne keine wärme keine nähe und ein wort es schwingt in allen köpfen allen herzen trägt die krone dieser furcht ein zepter voll des wahnsinns auf einem thron aus hysterie und würgt kotzend sich erbrechend all die neurosen all die ängste all das trauma all den hass und all die panik als glitzerndes gewand auf die ganzen nackten herzen der menschen dieser stadt und all die angst vor fernen toden sie spült es fort mit ihren worten sie lähmt und überdeckt den ganzen schmerz und all das leid den tod der vielen menschen an grenzen kalt wie eis in meeren hart wie stein sie verhüllt in ihrem grellen kleid aus panik die tränen unsrer schwestern unsrer mütter das grauen unsrer väter unsrer brüder vor den gräueln totgeschwiegner monster die in stiefeln toter schlächter ihren hass und ihre ängste mit blut und mord in unsre leben trugen die uns an unsren orten schlachteten wie vieh und ich laufe durch die straßen dieser sturmgeplagten stadt und suche sie suche sie die worte worte voll des mitgefühls der klarheit und des muts der liebe und der wahrheit die ohne angst den nazis sagen dass sie krank sind krank im herz so voll des hasses die klar und deutlich all den reichen rechten sagen dass sie krank sind krank im herzen voll der gier die frei und ehrlich politikern und medien sagen dass ihre worte so viel leid und elend bringen in dieser kultur die sich auf krankheit baut auf sucht und gier und angst doch ich laufe und laufe und höre diese worte nicht einzig in deinem herzen da hör ich sie singen und ich frag mich warum sprichst du nicht warum singen wir nicht diese lieder von der gleichheit freiheit ehrlichkeit sondern tragen weiter unsre masken und waschen unsre hände in unschuld angst und alkohol
g.r.KölnGesellschaft