gabriel riquelme
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All die worte

wie sie schwanger schwingen
fliegen bazillen gleich
von mund zu mund
in diesen tagen
die dunkel wabern
wie die nacht
in der entfernten sternen gleich
die letzten funken von hoffnung
trübe glitzern am fernen firmament
in einem himmel
voll des düsteren zwielichts
dieser stadt

dieses molochs
voll der worte
voll der menschen
voll der angst
vor fremdem
vor veränderung
vor krankheit und tod

und wie sie reden
mit worten
voller argwohn
voll der zweifel
voll der angst
leer der liebe
alles kalt und voll der ferne
keine wärme keine nähe

und ein wort es schwingt
in allen köpfen allen herzen
trägt die krone dieser furcht
ein zepter voll des wahnsinns
auf einem thron aus hysterie
und würgt kotzend sich erbrechend
all die neurosen all die ängste
all das trauma all den hass

und all die panik
als glitzerndes gewand
auf die ganzen nackten herzen
der menschen dieser stadt
und all die angst vor fernen toden
sie spült es fort mit ihren worten
sie lähmt und überdeckt
den ganzen schmerz und all das leid
den tod der vielen menschen
an grenzen kalt wie eis
in meeren hart wie stein
sie verhüllt in ihrem grellen kleid aus panik
die tränen unsrer schwestern unsrer mütter
das grauen unsrer väter unsrer brüder
vor den gräueln totgeschwiegner monster
die in stiefeln toter schlächter
ihren hass und ihre ängste
mit blut und mord
in unsre leben trugen
die uns an unsren orten
schlachteten wie vieh

und ich laufe durch die straßen
dieser sturmgeplagten stadt
und suche sie
suche sie die worte
worte voll des mitgefühls
der klarheit und des muts
der liebe und der wahrheit
die ohne angst den nazis sagen
dass sie krank sind
krank im herz so voll des hasses
die klar und deutlich
all den reichen rechten sagen
dass sie krank sind
krank im herzen voll der gier
die frei und ehrlich
politikern und medien sagen
dass ihre worte so viel leid und elend bringen
in dieser kultur die sich auf krankheit baut
auf sucht und gier und angst

doch ich laufe und laufe
und höre diese worte nicht
einzig in deinem herzen
da hör ich sie singen
und ich frag mich
warum sprichst du nicht
warum singen wir nicht diese lieder
von der gleichheit freiheit ehrlichkeit
sondern tragen weiter unsre masken
und waschen unsre hände
in unschuld angst und alkohol
g.r.KölnGesellschaft