Aquarium
Warm blendet mich das weiß goldene Licht des Nachmittags Gemächlich plätschert das leben über den Platz die menschen fließen wie ein ruhiger Bach Alles wirkt friedlich und ruhig Nur hier und da eine Frustration ein stressgeplagter Blick ein Kommentar Alle Töne sind wie in Watte nur das Rangieren der Züge zieht in Tönen wie lange Schwaden durch den Park Hier und da ein klang, ein Schritt, ein Lachen weit weg, zerstückt, wie ohne Kontext als Farbtupfer auf einer hellen nebelgrauen Leinwand aus Schall Der Wind streicht sanft über die Haut Im Hintergrund rauscht leise die Lüftung eines Gebäudekomplexes wie das Meer nur ohne Wellen Wie ein Wald im Regen nur ohne Bäume ohne leben Ein Hund trottet über die Wiese Kackt und pisst und schnüffelt Sucht seine Brüder seine Schwestern Sucht seine Herrin und geht wieder Die Joggerin in schwarz von lachsfarbenem Schal umweht zieht monotonen Schrittes an mir vorbei Ich hör sie mehr und seh sie nur von hinten Und alles bleibt so dumpf und wattegleich So isoliert und einzeln wie unter Wasser schwebend gleitend Als wär das alles hier ein Aquarium Alles voll und doch so leer
g.r.KölnGesellschaft