gabriel riquelme
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Aquarium

Warm blendet mich das weiß goldene Licht des Nachmittags
Gemächlich plätschert das leben über den Platz
die menschen fließen wie ein ruhiger Bach
Alles wirkt friedlich und ruhig
Nur hier und da eine Frustration
ein stressgeplagter Blick ein Kommentar

Alle Töne sind wie in Watte
nur das Rangieren der Züge
zieht in Tönen wie lange Schwaden durch den Park
Hier und da ein klang, ein Schritt, ein Lachen
weit weg, zerstückt, wie ohne Kontext
als Farbtupfer auf einer hellen nebelgrauen Leinwand aus Schall

Der Wind streicht sanft über die Haut
Im Hintergrund rauscht leise die Lüftung eines Gebäudekomplexes
wie das Meer nur ohne Wellen
Wie ein Wald im Regen
nur ohne Bäume ohne leben

Ein Hund trottet über die Wiese
Kackt und pisst und schnüffelt
Sucht seine Brüder seine Schwestern
Sucht seine Herrin und geht wieder
Die Joggerin in schwarz von lachsfarbenem Schal umweht
zieht monotonen Schrittes an mir vorbei
Ich hör sie mehr und seh sie nur von hinten

Und alles bleibt so dumpf und wattegleich
So isoliert und einzeln
wie unter Wasser schwebend gleitend
Als wär das alles hier ein Aquarium
Alles voll und doch so leer
g.r.KölnGesellschaft