gabriel riquelme
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Die Geschichten für die Kinder

Die Geschichten die
wir unseren kindern erzählen
sind die mit denen
wir es uns gemütlich machen
mit denen wir unseren geist zuhängen
wie unsere wohnung
füllen wir unseren geist
mit illusionen und wahrheiten
ohne verantwortung
für das leiden und den schmerz
vergangener generationen
ohne das wissen um die taten unserer vorväter

unsere müdigkeit um das wissen
der eigenen Nazi-Vergangenheit
um die taten unserer großeltern und urgroßeltern
ist der boden auf dem das vergessen gedeiht
um die taten der generationen vor ihnen
so richten wir uns ein
in reichtum und gefälligkeit
heucheln verantwortung
im gewand der entwicklungshilfe

aber wo ist die frage
nach den wurzeln unsrer macht
nach dem grund für all den reichtum
und dem preis für sicherheit und frieden
wenn ursache und wirkung
kausalität und konsequenz
die herren unsrer logik
wo ist dann die frage

nach dem strukturellen schaden
von kolonialer sklaverei
von 500 jahren kolonialismus
ausbeutung und genozid
all den kosten all den opfern
die unser frieden in sich trägt

sind sie tot die menschenbilder
diese wissenschaft des weißen mannes
in dessen namen er sich rühmte
sich die welt zu eigen machte
all die werte einer kultur
die uns sklaven halten
und ganze völker schlachten ließ
im namen eines gottes
den sie formten wie sich selbst
g.r.KölnGesellschaft